Laubverschmutzte Fahradwege

Durch Laub verschmutzte und daher gefährliche Radwege im Landkreis © André Wilkens, Karin Sager

Stadtradeln wird gefeiert – und dann wird das Radfahren vergessen?

Nun sind die Blätter gefallen und der Radverkehr findet wieder auf matschigen und glatten Wegen voll Laub und Tannennadeln statt. Wo bleibt der Einsatz von Verwaltung und Politik, hier endlich Abhilfe zu schaffen? Radverkehrsförderung Fehlanzeige...

Gerade erst hat der Landkreis Harburg sich in der Presse gerühmt, dass das Stadtradeln ein so großer Erfolg war. Der Landrat steht mit sauberen Füßen und Fahrrad auf trockenem Weg.

https://www.landkreis-harburg.de/portal/meldungen/mit-zwei-raedern-23-mal-um-die-erde-901008759-20100.html?rubrik=1000042

Nun sind die Blätter gefallen und der Radverkehr findet wieder auf matschigen und glatten Wegen voll Laub oder Tannennadeln statt. Wo bleibt der Einsatz von Verwaltung und Politik, hier endlich Abhilfe zu schaffen? Radverkehrsförderung scheint es im Herbst und Winter im Landkreis Harburg nicht zu geben.

An manchen Stellen auf benutzungspflichtigen Wegen ist der Radweg gar nicht zu finden. Man muss ahnen, wo es lang geht und vor allem kommen Wurzelaufbrüche, Trichterrillen, Risse und Seitenabbrüche unter dem Laub dann ganz überraschend. So manches Hinterrad ist da schon weggerutscht. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Frost das Nasse Laub und vor allem die Rillen der Radspuren darin festfrieren. Dann ist die Befahrbarkeit nicht mehr gegeben.

Abhilfe schafft nur die regelmäßige Reinigung der benutzungspflichtigen Radwege. Wenn das nicht zu leisten oder gewollt ist, muss das Tempo auf allen Straßen, an denen die Radwege nicht gereinigt werden und benutzbar sind auf max. 50 km/h reduziert werden. Die Benutzungspflicht kann auf solchen Wegen von Niemandem eingehalten werden und jeder Radfahrer darf die saubere Fahrbahn befahren. Autofahrer werden sich umgehend an die Verwaltungen wenden und die Reinigung der Radwege einfordern. Also wird das am Ende die beste Lösung sein.

Hinzuweisen ist hierbei auf die VwV-StVO. Dazu wird ausgeführt: "Die Flüssigkeit des Verkehrs ist mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten." Durch die StVO-Novellierung wurde im Jahr 2009 hinzugefügt: "Dabei geht die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer der Flüssigkeit des Verkehrs vor."

Der Landkreis Harburg sollte den stärkeren Radverkehr erst dann feiern, wenn er ganzjährig sicher stattfinden kann. Die Einsparungen von CO2, Lärm und vielen anderen Faktoren wären dann auch erheblich höher als gerade mal drei Wochen im Jahr aufs Rad zu setzen.

Karin Sager

ADFC Kreisverband Harburg e.V.

Kontakt: Karin.Sager [at] adfc-kreis-harburg.de, Tel. 04173 5992673


https://kreis-harburg.adfc.de/pressemitteilung/stadtradeln-wird-gefeiert-und-dann-wird-das-radfahren-vergessen

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